1. Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ist für alle attraktiv

In unserem Blog haben wir bereits den Zusammenhang zwischen dem Eigenverbrauch und der Ausgestaltung der Photovoltaikanlage hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit besprochen. Photovoltaikanlagen können auch über angrenzende Parzellen und von unterschiedlichen Eigentümern realisiert werden. Man spricht dann von einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) bzw. von einer Eigenverbrauchsgemeinschaft.

Die wichtigsten Bedingungen, damit ein ZEV überhaupt geprüft werden könnte, sind:

·       Alle Beteiligten werden mittels eines gemeinsamen Anschlusses an das öffentlichen Netz angehängt

·       Die Produktionsleistung der neuen Photovoltaikanlage muss mindestens 10% des Anschlussleistung entsprechen

·       Die Anlage muss mindestens 500h im Jahr in Betrieb sein

Sind all diese Bedingungen erfüllt, steht grundsätzlich dem ZEV nichts mehr im Wege. Trotzdem sollten Sie sich noch über folgende Themen Gedanken machen.

 

 

Mit einem ZEV erschliessen Sie neue Einnahmequellen

Es geht immer bei der Realisierung einer Photovoltaikanlage um eine Investition, die den Wert der Liegenschaft steigern wird. Diese Ansicht ist für alle Anlagen gültig. Bei einem ZEV kann die Investition nicht nur dank Einspeisungen und Eigenverbrauch rentabilisiert werden, sondern als Netzbetreiber kann man den Strom auch an direkt angeschlossenen Parteien (z.B. Mieter in einem Mehrfamilienhaus) zu für beide Seiten attraktive Konditionen liefern. Die Eigentümer steigern also nicht nur den Marktwert der Liegenschaft, sondern generieren zusätzliche Einnahmen zu marktüblichen Preisen. Und nicht zuletzt bietet ein Zusammenschluss auch die Möglichkeit an, unterschiedliche Verbrauchsprofile zu verbinden, die Eigenverbrauchsquote so spürbar zu erhöhen, und je nach Gesamtverbrauch können so auch preislich attraktivere Tarife mit dem Stromlieferanten ausgehandelt werden.

 

 

Was sollte alles berücksichtigt werden?

Das alles klingt ziemlich naheliegend und einfach verständlich, aber bei der Realisierung eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch sind unter anderem folgende Aspekte zu berücksichtigen:

·    Bei einer Gemeinschaft geht es immer darum, unterschiedliche Erwartungen zu identifizieren, Bedürfnisse zu kanalisieren und im Sinne der Gemeinschaft zu vereinen. Das bedingt einerseits einen Dialog, aber auch eine Organisationsstruktur und nicht zuletzt Verträge sind hier unabdingbar. Das Beiziehen einer fachkundigen und unabhängigen Person kann hier erfolgsentscheidend sein.

·    Sind Mieter ebenfalls Teil dieses ZEV, sollten sie möglichst früh integriert werden, denn auch sie müssen den Konditionen zustimmen und geniessen aus dem Mieterschutz die Möglichkeit, sich nicht dem ZEV anzuschliessen. Das bedingt wiederum, dass der Anschluss zum Grundversorger für diese Mieter gewährleistet wird, was zu Anschlusskosten führen kann, welche der Vermieter zu tragen hat.

·    Gegenüber dem Stromversorger tritt das ZEV als Einheit auf. Einerseits ist es hier wichtig, dass der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch korrekt beim Grundversorger angemeldet wird. Je nach Gesamtverbrauch kann deshalb auch der Stromlieferant frei gewählt werden, was unter Umständen zu attraktiveren Tarifen führen kann. Auch hier kann es sinnvoll sein, Drittpersonen für den Stromeinkauf zu engagieren, um Eigeninteresse der einzelnen Teilnehmer zu vermeiden.

·    Die Stromtarife innerhalb des ZEV müssen korrekt und nach allen rechtlichen Vorgaben berechnet werden. Und die Verrechnung muss gemäss tatsächlichem Verbrauch erfolgen, was technische (z.B. Zähler pro Verbraucher) und prozessuale (korrekte und verständliche Rechnungsstellung) Vorgaben bedingt.

·    Bei einem ZEV geht es primär darum, das Optimum für die Gemeinschaft zu erzielen. Dies kann entsprechend Auswirkungen auf die Realisierung der Photovoltaikanlage (Fläche, Ausrichtung, Standort, etc…) haben.

 

 

 

Ich stehe Ihnen gerne mit meinem Team beratend zur Verfügung, damit die Eigenverbrauchsgemeinschaft eine Erfolgsgeschichte wird.


Jörg Rothenbühler

 

T:  +41 31 530 09 79

M: +41 79 785 17 71

roj@revelio.ch