Eigenverbrauch

Auch wenn die Energiestrategie 2050 beabsichtigt, den Stromverbrauch gegenüber dem Stand im Jahr 2000 um 13% zu senken, so zeigt die Realität etwas ganz anderes. Wurden im Jahr 2000 noch rund 52 TWh Strom verbraucht, waren es 2020 bereits 57 TWh (Quelle: www.vese.ch). Dadurch steigt die Nachfrage nach Strom, und dies widerspiegelt sich auch bei der Entwicklung der meisten Strompreise, welche nach einem Tief 2008 wieder im Durchschnitt gestiegen sind.

Entsprechend wird es in Zukunft immer sinnvoller werden, die eigene Stromproduktion für den Eigenverbrauch einzusetzen statt kostenintensiven Strom zu beziehen, respektive für wenig Geld beim lokalen Energieversorger einzuspeisen. Und wenn man berücksichtigt, dass bei der Strommarktöffnung in Deutschland vor einigen Jahren der durchschnittliche Strompreis für kleinere Verbraucher gestiegen ist (statt der erhofften Senkung wie bei anderen Märkten), und dies auch in der Schweiz geplant ist, wird sich diese Situation noch verschärfen.

Und eines darf man bei der gesamten Diskussion nicht vergessen: Setzt man die eigene Produktion ein, fallen keine Kosten für die Netznutzung an.

Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ZEV

Es geht bei der Realisierung einer Photovoltaikanlage immer um eine Investition, die den Wert der Liegenschaft steigern wird. Diese Ansicht ist für alle Anlagen gültig. Bei einem ZEV kann die Investition nicht nur dank Einspeisungen und Eigenverbrauch rentabilisiert werden, sondern als Netzbetreiber kann man den Strom auch an direkt angeschlossenen Parteien (z.B. Mieter in einem Mehrfamilienhaus) zu für beide Seiten attraktive Konditionen liefern. Die Eigentümer steigern also nicht nur den Marktwert der Liegenschaft, sondern generieren zusätzliche Einnahmen zu marktüblichen Preisen. Und nicht zuletzt bietet ein Zusammenschluss auch die Möglichkeit an, unterschiedliche Verbrauchsprofile zu verbinden, die Eigenverbrauchsquote so spürbar zu erhöhen, und je nach Gesamtverbrauch können so auch preislich attraktivere Tarife mit dem Stromlieferanten ausgehandelt werden.

Was sollte alles berücksichtigt werden?

Das alles klingt ziemlich naheliegend und einfach verständlich, aber bei der Realisierung eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch sind unter anderem folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Bei einer Gemeinschaft geht es immer darum, unterschiedliche Erwartungen zu identifizieren, Bedürfnisse zu kanalisieren und im Sinne der Gemeinschaft zu vereinen. Das bedingt einerseits einen Dialog, aber auch eine Organisationsstruktur und nicht zuletzt Verträge sind hier unabdingbar. Das Beiziehen einer fachkundigen und unabhängigen Person kann hier erfolgsentscheidend sein.
  •  Sind Mieter ebenfalls Teil dieses ZEV, sollten sie möglichst früh integriert werden, denn auch sie müssen den Konditionen zustimmen und geniessen aus dem Mieterschutz die Möglichkeit, sich nicht dem ZEV anzuschliessen. Das bedingt wiederum, dass der Anschluss zum Grundversorger für diese Mieter gewährleistet wird, was zu Anschlusskosten führen kann, welche der Vermieter zu tragen hat.
  •  Gegenüber dem Stromversorger tritt das ZEV als Einheit auf. Einerseits ist es hier wichtig, dass der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch korrekt beim Grundversorger angemeldet wird. Je nach Gesamtverbrauch kann deshalb auch der Stromlieferant frei gewählt werden, was unter Umständen zu attraktiveren Tarifen führen kann. Auch hier kann es sinnvoll sein, Drittpersonen für den Stromeinkauf zu engagieren, um Eigeninteresse der einzelnen Teilnehmer zu vermeiden.
  • Die Stromtarife innerhalb des ZEV müssen korrekt und nach allen rechtlichen Vorgaben berechnet werden. Und die Verrechnung muss gemäss tatsächlichem Verbrauch erfolgen, was technische (z.B. Zähler pro Verbraucher) und prozessuale (korrekte und verständliche Rechnungsstellung) Vorgaben bedingt.
  • Bei einem ZEV geht es primär darum, das Optimum für die Gemeinschaft zu erzielen. Dies kann entsprechend Auswirkungen auf die Realisierung der Photovoltaikanlage (Fläche, Ausrichtung, Standort, etc…) haben.

Wann ist ein ZEV sinnvoll?

Ein ZEV ist immer dann sinnvoll, wenn sich eine Photovoltaikanlage und mehrere Endverbraucher hinter dem gleichen Netzanschluss befinden. Die nachfolgenden Faktoren begünstigen zudem eine ökologische und finanziell attraktive Solarstromversorgung in einem ZEV:

  • Ein grosses, neues und flaches Dach mit wenig Aufbauten oder eine bereits installierte Photovoltaikanlage ohne KEV-Zusage
  • Ein hoher Stromverbrauch tagsüber
  • Ein hoher Strompreis in der Standortgemeinde
  • Ein hoher Rückliefertarif des Energieversorgers

Wir helfen Ihnen gerne, die Möglichkeiten eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch zu evaluieren und Möglichkeiten zu finden.