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Der Entscheid der EU-Parlamentarier über Null-CO2-Emission betrifft den gesamten Energiemarkt

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Am 8. Juni 2022 stimmte eine Mehrheit der EU-Parlamentarier in Strassburg einem Gesetz zu, dass ab 2035 nur noch Fahrzeuge ohne C02-Emissionen verkauft werden dürfen. Dies gilt ausschliesslich für Neufahrzeuge. Aber was bedeutet dies für die Energiewirtschaft?

Null Co2-Emissionen bedeutet faktisch, dass keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen sein werden. Entsprechend wird es nur noch Fahrzeuge mit reinem Elektroantriebe geben, denn auch Personenwagen mit Hybridantrieb stossen CO2 aus. Und somit wird der Bedarf an Elektrizität und somit die Nachfrage steigen. Sollte diese das Angebot übersteigen (Nachfrageüberschuss), werden die Preise aufgrund von Knappheit auf dem Weltmarkt steigen. Davon ist nach heutiger Erkenntnis auszugehen.

Die Wirkung wird aber auch allgemein bei den Energiepreisen spürbar sein. Heute entstehen durch den Raffinerie-Prozess aus 100 Liter Rohöl ca. 24 Liter Benzin und 21 Liter Diesel. Beide Produkte leisten also einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Raffinerien in Europa. Spätestens ab 2035 wird die Nachfrage zumindest im europäischen Raum stark rückläufig sein, was sich spürbar auf die weiteren Raffinerieprodukte wie Heizöl oder Schweröl auswirken wird, da die Produktion dieser entsprechend kostenintensiver sein wird (weniger «Abfallprodukte», die sich an den Gesamtkosten beteiligen). Es ist deshalb anzunehmen, dass durch die steigenden Preise auch hier nach kostengünstigeren Lösungen mit alternativen Energiequellen gesucht wird, was zu einer Verknappung dieser umweltfreundlichen Ressourcen führen könnte.

Eine unerwartete Entwicklung könnte dabei beim Erdgas entstehen. Denn heute wird der Erdgaspreis mittels einer Indexierung an den Barrelpreis von Rohöl ermittelt. Sollte also aufgrund des Entscheides die Nachfrage nach Rohöl spürbar sinken, würde dies bei gleichbleibender Produktion zu einer Preissenkung führen (Angebotsüberschuss). Somit könnte es theoretisch zumindest zur paradoxen Situation kommen, dass der Entscheid hinsichtlich Eliminierung der C02-Emission im Verkehr zu einer steigenden Nachfrage des fossilen Erdgases (höhere Preisattraktivität) und zu einem erhöhten Kohlenstoffdioxidausstoss in diesem Bereich führen könnte. Dies ist aber natürlich nur dann der Fall, wenn der gesamte Weltmarkt sich in diese Richtung entwickelt (heute ist China immer noch für über 30% des CO2-Ausstosses weltweit verantwortlich).

Der heutige Energiemarkt ist komplex, und die meisten Energiequellen beeinflussen sich gegenseitig. Die Zukunft wird uns zeigen, wie die Auswirkungen tatsächlich sein werden.

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